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UNESCO Welterbe

Lage: Bezirk Treptow-Köpenick
Ortsteil: Bohnsdorf, S-Bahnhof Grünau (ehem. Berlin-Görlitzer Bahn)
Straßen: Akazienhof, Am Falkenberg, Gartenstadtweg
Gesamtfläche: 4,4 ha
Anzahl Wohnungen: 128, davon 80 Einfamilienhäuser (meist in Reihe oder als Doppelhaus) und 48 Etagenwohnungen in sechs Mietshäusern
Wohnungsgrößen: 1 bis 5 Zimmer
Erbaut: 1913 bis 1916
Städtebaulicher Entwurf: Bruno Taut
Architekten: Bruno Taut und Heinrich Tessenow (Einzelwohnhaus)
Freiraumplaner: Ludwig Lesser
Bauherr: Gemeinnützige Baugenossenschaft Gartenvorstadt Groß- Berlin GmbH (gegründet auf Initiative der Deutschen Gartenstadtgesellschaft, nach dem Krieg fusioniert mit dem Berliner Spar- und Bauverein 1892 – heutige Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG)
Sanierung: denkmalpflegerische Untersuchung und Instandsetzung 1992 bis 2002; seit 2001 Erweiterung durch einst nicht realisierte weitere Bauabschnitte nach neuen Plänen und einem städtebaulichen Vertrag mit dem Land Berlin; seit 2011 Neubau von Mehrfamilien- und Reihenhäusern
Eigentümer: Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG 

Die älteste der sechs Siedlungen ist die Gartenstadt Falkenberg von Bruno Taut. Sie ist nach der in England von Ebenezer Howard entwickelten Gartenstadtidee und dem damit verbundenen baugenossenschaftlichen Siedlungs- und Lebensmodell verpflichtet. Die Häuser des ersten Bauabschnitts gruppieren sich um den idyllischen "Akazienhof". Im zweiten Abschnitt staffelte Taut unterschiedlich proportionierte Haustypen zu versetzt angeordneten Reihen und Gruppen.

Auffälligstes Merkmal der Siedlung ist ihre expressive Farbigkeit. Sie artikuliert die Prinzipien der architektonischen und städtebaulichen Komposition und bildet zugleich eine bewusste Alternative zur bis dahin üblichen, teuren Bauskulptur und Ornamentik.

Farblich kontrastierende Baudetails – Fenster, Fensterläden, Gesimse, Brüstungen, Veranden und hölzerne Balkonbrüstungen – verstärken die Wirkung der Fassadenfarben, bilden aber auch eine gestalterische Klammer über alle Bauten hinweg.

Die Auszeichnung als Weltkulturerbe ist eine große Ehre, die gleichzeitig Verantwortung und Verpflichtungen mit sich bringt. Die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG als Eigentümerin der Weltkulturerbe-Siedlungen Gartenstadt Falkenberg und Schillerpark hat im Januar 2009 eine Stiftung ins Leben gerufen, um diese einmalige Architektur als kulturelles Welterbe der Völkergemeinschaft zu schützen und dauerhaft zu erhalten.
Stiftung Weltkulturerbe Gartenstadt Falkenberg und Schillerpark-Siedlung der Berliner Moderne