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UNESCO Welterbe

Lage: Bezirk Mitte
Ortsteil: Wedding, U-Bahnhof Rehberge
Straßen: Barfusstraße, Bristolstraße, Corker Straße, Dubliner Straße, Oxforder Straße, Windsorer Straße
Gesamtfläche: 4,6 ha
Anzahl Wohnungen: 290
Wohnungsgrößen: 1 ½ bis 4 ½ Zimmer
Erbaut: 1924 bis 1930
Städtebaulicher Entwurf: Bruno Taut
Architekten: Bruno Taut, Wiederaufbau/Komplettierung durch Max Taut (1951) und Hans Hoffmann (1953 bis 1957)
Freiraumplaner: vermutlich Bruno Taut, ab 1954 Walter Rossow
Bauherr: Berliner Spar- und Bauverein – heutige Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG (Bauausführung 1924-1925 durch die GEHAG Gemeinnützige Heimstätten-, Spar- und Bau-AG)
Sanierung: seit 1991 denkmalgerechte Sanierung; seit 2010 energetische Modernisierung
Eigentümer: Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG 

Die Siedlung Schillerpark ist Bruno Tauts erstes großstädtisches Wohnprojekt im Berlin der Weimarer Republik. Städtebaulich nimmt Taut Bezug auf die moderne Architektur Hollands, besonders auf die Arbeit von Jacobus Johannes Pieter Oud. Auch seine Materialwahl zitiert die Backsteinbauten Amsterdams.

Die Farbe als Element der Gestaltung wird weitgehend auf die Innenräume verwiesen. Stattdessen setzt die Fassadengestaltung auf die Baumaterialien und eine nach außen sichtbare Raumstruktur – etwa mit dem durchgehenden Drempelgeschoss, in dem Waschküchen und Trockenräume liegen.

Eine aus der Flucht heraustretende dritte Wohnung in der Dreispänneranlage sorgt bei den zuerst errichteten Bauten noch für ein besonders starkes Relief der Fassaden. Später entfällt sie. Diese Reduktion der Formen spiegelt nicht nur den zeitgenössischen Trend in der Architektur, sie ist auch wirtschaftlich bedingt. Ab 1925 entsprachen Dreispännertypen nicht mehr den Richtlinien der Förderung.

Die Auszeichnung als Weltkulturerbe ist eine große Ehre, die gleichzeitig Verantwortung und Verpflichtungen mit sich bringt. Die Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG als Eigentümerin der Weltkulturerbe-Siedlungen Gartenstadt Falkenberg und Schillerpark hat im Januar 2009 eine Stiftung ins Leben gerufen, um diese einmalige Architektur als kulturelles Welterbe der Völkergemeinschaft zu schützen und dauerhaft zu erhalten.
Stiftung Weltkulturerbe Gartenstadt Falkenberg und Schillerpark-Siedlung der Berliner Moderne